Verdacht auf weitere Hexen in Luderun!
Expedition nimmt fast fatales Ende
Man will nicht gleich das Schlimmste befürchten, doch es sieht so aus, als habe das Reich Luderun ein echtes Hexenproblem. Nun wird sicher der eine oder andere unserer toleranteren Leser anmerken, dass die Anwesenheit von Hexen doch kein Problem für ein Land darstelle, ganz im Gegenteil sei doch beispielsweise die örtliche Kräuterhexe in Abwesenheit eines richtigen Medicus eine gerne zu Rate gezogene Heilerin in vielen Landstrichen. Und auch die eine oder andere Wetterhexe wird von Bauern gerne um Hilfe gebeten, wenn es wochenlang nicht regnet.
Wie wir auch mit Unterstützung der Kollegen von der dortigen Schildzeitung herausfinden konnten, sind in Luderun aber leider andere Hexen aktiv. In Luderun handelt es sich wohl um Hexen der schlimmsten Sorte! Also keine Kräuterhexen oder verschrobene alte Frauen, die mit ihren Katzen, Kröten oder Hamstern sprechen, sondern wirklich gefährliche Hexen. Hexen, die mit finsteren Mächten im Bunde sind und statt mit Kräutern und Heilsalben eher mit Vampiren und Dämonen zugange sind.
Lange Jahre wurde der Westen Luderuns von einer Vampirplage heimgesucht. Wie sich schließlich herausstellte, wurden die Vampire zwar von einem Erzvampir angeführt, eigentliche Übeltäterin war aber eine mächtige Hexe, die dahinter die Fäden in der Hand hielt. Erst nach langem Bemühen und harten Kämpfen konnte letztlich die Gefahr im Westen Luderuns beseitigt werden und die dortige Bevölkerung konnte aufatmen. Maßgeblich an diesem Erfolg sollen auch wiederholte Expeditionen mit vielen ausländischen Teilnehmern beteiligt gewesen sein.
Vor kurzem hat nun eine Expedition in die Sümpfe im Osten Luderuns stattgefunden. Diese Gegend hatte noch nie den besten Ruf und anscheinend hoffte König Brandmal IV. von Luderun, dass auch hier eine aus Landesfremden bestehende Truppe Licht ins Dunkel bringen könnte. Eventuell, aber dies behaupten nur böse Zungen, sorgt aber auch der Verlust einer überwiegend landesfremden Expedition für weniger Unmut bei den eigenen Untertanen, als Verluste von eigenen Leuten, die schließlich meist Familien haben und Steuern zahlen.
Wie dem auch sei, was die Expedition im Weiler Nebelwacht vorfand, dürfte nicht gerade zur Beruhigung der braven Bürger Luderuns beitragen. Uns liegen glaubhafte Berichte vor, die von dämonischen Umtrieben sprechen, welche das Dorf schon länger plagen und die auch auf die Expeditionsteilnehmer übergriffen. Die ganze Gegend soll mehr oder weniger verseucht sein, eine Teilnehmerin sprach von einem "Nebel des Grauens", der sich von den Sümpfen ausbreite.
Ob die armen Recken besessen waren oder ob es sich eher um dämonische Beeinflussung handelte, widersprechen sich unsere Quellen. Auf jeden Fall ging es wohl vor Ort ziemlich chaotisch zu und es stand auf Messers Schneide, ob die ganze Expedition nicht in hohen Verlusten und einem Fehlschlag endet.
Zu guter Letzt waren wohl alle froh, überhaupt halbwegs lebendig von dort weg zu kommen. Von einer Beseitigung des Übels kann wohl keine Rede sein, diesen Eindruck vermitteln jedenfalls die uns vorliegenden Äußerungen. Auch zu der Ursache der Probleme gibt es unterschiedliche Meinungen. Einigkeit scheint aber darin zu bestehen, dass irgendwo in den Sümpfen eine Hexe hause, die für all dies verantwortlich sei. Habhaft werden konnte man dieser Hexe allerdings nicht. Wie schon geschrieben, anscheinend war man am Ende froh, überhaupt halbwegs lebendig von dort wegzukommen.
Eine offizielle Stellungnahme des Luderuner Hofes liegt uns noch nicht vor. Wir vermuten aber, dass die königlichen Ratgeber nach dem ersten Schrecken darüber nachsinnen werden, wie man dem Übel beikommen könne und diese Expedition nicht die Letzte gewesen ist.